Montag, 25. Februar 2013

[Meine Meinung]: 'Das Licht des Nordens' von Jennifer Donnelly

Ein Buch über die Liebe zu Wörtern

 

Die siebzehn-jährige Mattie liebt Wörter und Geschichten, jeden Tag sucht sie in ihrem Lexikon ein Wort des Tages aus. Sie steht kurz vor ihrem Highschool Abschluß und hat auch schon eine Zusage und ein Stipendium, um in New York zu studieren. Jedoch ist sie hin und hergerissen zwischen ihren Traum, Literatur zu studieren und dem Versprechen ihrer verstorbenen Mutter gegenüber, sich um ihre drei Schwestern und ihren Vater zu kümmern. Der Mord an einer junen Frau in dem Hotel, in dem sie während des Sommers arbeitet, öffnet ihr jedoch die Augen, was zu tun ist.

Nachdem ich 'Die Winterrose' von Jennifer Donnelly gelesen habe, war klar, dass ich auch 'Das Licht des Nordens' haben muss. Besonders reizvoll daran fand ich, dass es in sich abgeschlossen ist. Eine nette Abwechslun zwischen den ganzen Reihen, die sich in den Regalen tümmeln.

'Das Licht des Nordens' wird aus Mattie Gokeys Sicht geschildert, die mit ihrem Vater und ihren drei Schwestern auf einer kleinen Farm lebt. Später arbeitet sie in einem Hotel ein paar Meilen von ihrem Hof entfernt. Beide Zeiten werden abwechselnd geschildert und laufen später zu einem Erzählstran zusammen, was zuweilen etwas verwirrend ist. Es macht die Geschichte aber umso spannender, da man immer wissen möchte, was in der Zwischenzeit passiert ist und wie es zu verschiedenen Dingen kam (die ich nicht nennen kann, ohne zu spoilern). Anfangs hat sich das Buch etwas gezogen, weil fast ausschließlich das Farmleben beschrieben wird, aber später, wenn der Leser mit Mattie zusammen in ihrer Nachbarschaft rumkommt, wird es spannend, ganz besonders weil man immer mit ihr mitfiebern muss. Mattie möchte nach New York aufs College gehen, ihr Vater lässt sie aber nicht und sie bekommt auch sonst von niemandem finanzielle Unterstützung. Trotzdem gibt sie ihren Traum nie ganz auf. Die Situationen, in denen sie sich jedoch davon abwendet, waren ganz schön nervenaufreibend für mich, ich bin grundsätzlich dafür sich selbst zu verwirklichen. Deshalb hätte ich Mattie zwischendurch am liebsten mal den Kopf gewaschen, auch wenn ich ihre Beweggründe nicht zu gehen durchaus nachvollziehen kann. Schließlich ist sie die Älteste von vier Mädchen, die ohne Mutter zurecht kommen müssen. Ihr Zwiespalt ist super darestellt und lässt einen mit ihr mit bangen.
Gut gefallen hat mir auch, dass den Charakteren immer wieder etwas unerwartetes zustößt, womit sie dann zusehen müssen, wie ihr Leben weiter geht. Durch diese unerwarteten Ereignisse werden auch Matties Entscheidungen immer wieder beeinflußt.
Positiv aufgefallen ist mir auch, dass man trotz des Ich-Erzählers einen guten Zugang zu den anderen Charakteren hat. Sie erschienen mir  nicht fremd oder durch eine Glasscheibe von mir getrennt, wie ich es sonst oft von Ich-Erzählern kenne. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Weaver und Mrs. Wilcox. Weaver ist ein Afroamerikaner, der sich gegen seine Diskriminierung zur wehr setzt, dadurch aber oft in Schwierigkeiten gerät. Er und Mattie machen zusammen den Highschool Abschluß, denn er möchte in New York Jura studieren. Mrs. Wilcox ist die Lehrerin der beiden, die Mattie immer wieder unterstützt und in ihrem tun bestärkt. Außerdem versorgt sie Mattie mit Büchern. Sie setzt sich gegen die Unterdrückung der Frauen zur wehr und versucht, etwas zu ändern, was sie jedoch selbt immer wieder in Schwierigkeiten bringt.
Ein liebevolles Detail sind die Kapitelüberschriften, die meist aus einem (Fremd)wort bestehen und meist Matties Wort des Tages sind. Es hat mir sehr gefallen, wie das Wort des Tages in den verschiedensten Lebenslagen auftaucht und einebaut ist. Auch Matties und Weavers Wortgefechte darüber waren sehr amüsant.

Das Ende war zwar überraschend, aber äußerst befriedigend. 'Das Licht des Nordens' ist zwar nicht Donnellys bester Roman, aber trotzdem sehr lesenswert. Allerdings sollte man sich nicht zuviel Krimi erhoffen, wie es der Klappentext suggeriert. Zwar werden die Umstände des Todes hinterher aufgeklärt, jedoch ist es nicht das Hauptthema des Romans.



Das ist also die (längst überfällige) Rezi zu 'Das Licht des Nordens', Buch Nummer eins von meinem Stapel angefangener Bücher. Nummer zwei und drei sind auch schon beendet ('Die Königin der Weißen Rose' hab ich vor einer halben Stunde endgültig zugeklappt), wobei ich 'Chosen' gemeinsam mit der Fortsetzung 'Crossroads' diskutieren werde. Ihr dürft euch also darauf freuen, bald was über 'Die Königin der Weißen Rose' zu lesen.

Bis dahin,
Caro

1 Kommentar:

  1. Aus deiner Rezension lese ich heraus, dass es dir wohl um einiges besser gefallen hat als mir ;) ich fand es zwar gut, aber muss ehrlich zugeben, dass ich etwas enttäuscht war und es wohl zu den Büchern gehören wird, wo ich weiß, dass ich es gelesen habe, aber es mir nicht lange in Erinnerung bleiben wird...
    Mir haben alle anderen Bücher der Autorin besser gefallen....aber macht ja nichts ;)
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen